Infobrief Nr. 2 2010

Liebe Paten der Waisenkinder in Eritrea, liebe Freunde und Spender!

Im September 1980 fing alles harmlos an. Jeder von uns hätte gerne den drei frisch angekommenen Flüchtlingen aus Eritrea geholfen! Es war selbstverständlich, den Menschen, die alles verloren hatten, etwas Hausrat zu bringen. So lernten wir unsere drei neuen Freunde kennen und schätzen. Drei Akademiker in gehobenen Stellungen waren jetzt hier „Am Giebel“ in Notunterkünften der Stadt Wuppertal untergebracht. Wir entdeckten noch weitere junge Eritreer und 2 Frauen mit ihren Kindern. Wöchentlich starteten wir Hilfsaktionen. Der Kontakt wurde enger. Wir trafen uns wöchentlich in unserem Haus. Bei Bun (Kaffee), Shai (Tee) und Kuchen erzählten wir, lernten uns kennen und hörten „Alltagsgeschichten“ aus der Bibel (in English, Deutsch und Tigrinja). Die „eritreische Familie“ wuchs auf über 200 Mitglieder an. Familienzusammenführungen, Ämtergänge, Schulungen, Sprachkurse, Einkäufe, Arztgänge ... wurden nötig. Also, volles Programm „Leben lernen in Deutschland“! Ohne diese o.a. Zusage Gottes hätten wir nicht den Mut gehabt, durchzuhalten. Wir erlebten wirklich viele „offene Türen“, wo eigentlich keine Hilfe möglich war!

Durch einige unserer neuen Freunde bekamen wir 1983 Kontakt zur Faith Mission in Eritrea. Viele Schul- und andere Gebäude des Waisenhauses in Decamhare waren durch den Krieg zerstört und mussten aufgebaut werden! Waisenkinder brauchten Unterstützung! Brunnenbau war dringend nötig! Gegenden wurden aufgeforstet, Luftbrücken mit Lebensmitteln organisiert, Hühner und Kühe angeschafft, Schulmaterial, PCs und nötige Fahrzeuge verschifft, Werkstätten eingerichtet und unterschiedliche Projekte für Witwen finanziert ... ! Kann man das ohne die Zusage Gottes: „Ich gebe dir die nötigen offenen Türen“!? Sicherlich nicht!

Die Arbeit und Anforderungen in der Not in Eritrea wuchsen so stark, dass wir 2000 eine eigene Hilfsorganisation gründen mussten. Bis dahin arbeiteten wir 16 Jahre lang unter dem Dach der Wuppertaler Stadtmission, damit auch finanziell alles geordnet ablaufen konnte. Nun sind wir schon 10 Jahre lang „Weiterleben e.V.“ – und Gott sehr dankbar für den großen Freundeskreis, der betet und spendet und uns interessiert begleitet!

Zu unseren eritreischen Freunden in Wuppertal haben wir weiter ein herzliches Verhältnis, aber sie brauchen unsere Hilfe nicht mehr. Sie sind „Deutsche“ geworden. Die Kinder von damals sind inzwischen Väter und Mütter und richteten uns im letzten Jahr eine wunderschöne „Goldene Hochzeit“ aus!!!

Der Kontakt nach Eritrea ist nicht weniger herzlich und verbindlich! Durch die Besuche unseres Partners aus Eritrea (s.o.) und viele Telefonate bleibt unsere Freundschaft frisch. Wir können uns auf einander verlassen. Unsere Überweisungen werden immer vorher abgesprochen – und später schriftlich bestätigt. Es gibt immer noch unbeschreibliche Not in Eritrea. Danke Ihnen allen für so lange Treue und Hilfe in unterschiedlicher Form!!! Wir brauchen sie weiter und wollen gerne die „offenen Türen“ nutzen, um viel Leid zu lindern!

Es grüßt Sie herzlich der Vorstand von „Weiterleben“.

Hanna Stieglitz