Infobrief Nr. 2 im Juni 2013

Liebe Paten unserer Waisenkinder in Eritrea, liebe Freunde und Spender,

wir grüßen Sie wieder herzlich mit einem „Morgengruß“. „Vielleicht habe ich nicht alles, was ich mir wünsche, aber mir wird nichts (Lebensnotwendiges) fehlen!“. Das ist eine starke und hilfreiche Aussage. Sie gilt absolut für unsere Freunde in Eritrea und auch für uns hier. Trotzdem haben wir an dieser Wirklichkeit zu „kauen“. Manche Situationen in den letzten Monaten waren grenzwertig und forderten viel Liebe, Kraft, Geduld und Zeit. Wenn wir viele, viele Male versuchen, einen unserer Schulrektoren telefonisch, per Fax, E-Mail oder Postweg zu erreichen, erfolglos, dann brauchen wir Geduld und sind auch manchmal „sauer“! Der unberechenbare Stromausfall macht allen zu schaffen. Die Bäcker können kein Brot backen und bieten den Teig zum Kauf an. In den Häusern gibt’s aber auch kein Kerosin zum Weiterbacken... Die PCs bei den Ämtern und Banken stürzen ab. Die Daten stehen nicht zur Verfügung. Lange Warteschlangen. Heute – morgen – übermorgen... Vier Monate Nachrichtensperre waren auszuhalten. Unsere Weihnachtspost, mit allen wichtigen Unterlagen, war 4 Monate lang unterwegs. Auch unsere dringend benötigten Ersatzteile für unser Waisenhaus-Einkaufsauto brauchten 4 Monate bis zum Einsatzort in Decamhare. Schöne wie schlechte Nachrichten sind oft schon überholt. Ein besonderer Engpass wurden die detaillierten Absprachen innerhalb der Patenschaften. Unser Vorstand kam zu einer guten Lösung, die beiden Seiten hilfreich ist. (Die Paten erhalten jetzt einen Sonderbrief). Durch die gesamten Spenden einer großen „Patenfamilie“ für die vorhandenen armen oder verwaisten Patenkinder, würde unser Einsatz hier und in Eritrea sehr erleichtert. Mit dieser Idee sind wir alle glücklich.

Ein Bericht unseres Schulrektors der Elementaryschool, vom Abflämmen der gesamten Weiden durch einen traumatisierten Patenjungen, hat uns besonders geschockt! Er wurde entlassen. Das Viehfutter war verbrannt. Die Faith Mission musste sehr teures Futter kaufen. Schaden: 5.000 €! Zur gleichen Zeit war zweimal die Wasserpumpe defekt. Ein neuer Schacht musste ausgehoben werden, Leitungen verlegt und die Pumpe ausgewechselt werden. Wieder 5.000 € Schaden. Wenn wir nun einfach sagen würden: „Leute, es ist uns zu anstrengend geworden! Versucht es alleine!“, was dann? Die komplette wertvolle Arbeit im Waisenhaus wäre beendet!!! Manches wichtige Projekt mit so viel Hilfe könnte nicht umgesetzt werden. Das geht nicht! So haben wir lange überlegt und gebetet, welche Lösungen und Möglichkeiten uns bleiben, damit wir möglichst ohne zu bezahlende Kräfte die Arbeit weiterführen können.

Die Nachrichtensperre ist vorbei, der Stromausfall geblieben! Aber uns erreichten viele schöne Fotos von unseren Abiturienten, die ja auch von uns weiter versorgt werden. Der zuständige Schulrektor schickte uns einen wunderbaren Bericht. Wir sehen in offene, dankbare Gesichter junger Menschen, denen wir eine Chance für eine gute Schulbildung gaben. Sie sind ein Segen für Eritrea!

Ihnen allen danken wir herzlich für Ihr Vertrauen und bitten Sie, weiter mit Ihren Gaben und Gebeten an unserer Seite zu stehen, damit wir helfen können. Die Überweisungen kommen zuverlässig an!

Herzliche Grüße – auch im Namen des Vorstands.

Hanna Stieglitz