Infobrief Nr. 2 2016

Liebe Paten unserer Waisenkinder in Eritrea, liebe Freunde und Spender!

Sie staunen darüber, dass es nach so langer Infopause nun einen doppelseitigen Infobrief gibt? Ja, es gibt viel Grund zum Staunen! Doch zuerst erlebten wir eine lange Zeit des Schreckens und der Not! Wir konnten durchhalten, weil Gott uns immer wieder ermutigende Worte gab, weil einige Freunde für uns beteten, und weil die meisten Spender treu weiter spendeten! Einige unserer Mutmacher hießen z.B.: "Macht euch keine Sorgen! ... Ich ernähre die Vögel und kleide die Blumen. Seid ihr denn nicht noch viel wertvoller als sie?" (Jesus in Matthäus 6) Im Juli 2016 schickten wir eine Überweisung nach Eritrea, die zum 1. Mal in 36 Jahren, zurück kam. Es folgten weitere Versuche. Keine Chance. Wir schrieben an die zuständigen Banken, Vorstände, Aufsichtsbehörden, Direktoren, ... Keiner konnte uns weiterhelfen. Es gab keine Bank in Deutschland, die einen Überweisungsauftrag nach Eritrea annahm! Hier, auf unserem Spendenkonto, lag die große Hilfe, dort gab es die große Not, und beides konnte nicht zusammengebracht werden. Um uns machten wir uns keine Sorgen, umso mehr aber um die Notleidenden in Eritrea!

"Überlass dich keiner Entmutigung, kehre still zu Jesus zurück und bleibe in seiner Nähe." (Klagelieder 3) Wir als Vorstand und Mitglieder von Weiterleben tragen viel Verantwortung. Wir waren hilflos, aber wir vertrauten Gottes Hilfe! Er hielt uns nahe bei sich, damit wir jetzt keinen Fehler machten. Die dringenden Bitten aus Eritrea um Hilfe wurden häufiger, unsere Sorgen größer! Wenn man sich aber der Entmutigung überlässt, wird es gefährlich!

"Gott ist denen nahe, die innerlich verzweifeln!" (Psalm 34,19) Ja, es war zum Verzweifeln! Unsere Akten füllten sich mit unseren "Hausaufgaben" - keine Hilfe in Sicht! Aber - ein Anruf aus Eritrea zeigte uns, dass Gott wirklich mitten in der Not da ist: Die schlimmste Zeit, die es zu überbrücken galt, fiel in die Schulferien. Zwei Monate lang sind alle Kinder in ihren Heimatdörfern und werden dort irgendwie versorgt. Sie sollen nicht den Kontakt zu ihrer Heimat verlieren. So trug aber auch die Faith Mission in dieser Zeit keine Verantwortung für sie. Sie streckten und streckten ihre wenigen Reserven. Die große Überweisung vom letzten Jahr war dabei eine riesige Hilfe!

"Gott ist bereit, uns alles zu geben, was wir nötig haben, wenn wir es nötig haben." (Matthäus 6,31,32) Ein weiterer Hilfeschrei: "Jetzt sind die Kinder zurück aus den Ferien, und wir haben nichts mehr um Nahrungsmittel zu kaufen. Bitte, bitte helft uns!!!" Wenige Tage danach: "Einer von uns kommt nach Deutschland. Er hat deine Telefonnummer!" Dann ging alles relativ schnell.

"Gott schließt Türen auf, wo wir keine finden können. Er macht Menschen bereit, uns zu helfen! (Josua 2) Wir erfuhren von dem einzigen, legalen Weg der Hilfe über den Zoll! So gingen wir diesen Weg (mit viel Schreibkram!). Endlich, nach 4 harten Monaten, öffnete Gott die richtige Türe. Gott machte Men-schen bereit, uns zu helfen. Genauso hatte er es ja versprochen. Aber unser Glaube hinkte immer wieder hinterher. Gott beschenkte uns mit einem guten Fahrer, der uns nach Frankfurt fuhr, mit einem starken, hilfsbereiten Shuttle-Busfahrer, der sich um sehr viel Reisegepäck kümmerte, und er erleichterte uns durch einen wunderbaren Zollbeamten, der die "Transparenz" unserer Arbeit sehr lobte. Das Geld - alle Ihre Spenden! - sind nun da, wo sie hingehören - in Eritrea! Und sie wurden schon unter großer Freude und Dankbarkeit bestätigt!

Wir hoffen, Sie verstehen unsere Pause in der Berichterstattung. Wir wollten niemanden verunsichern und doch sehr verantwortlich mit Ihren Spenden umgehen. Sie sind für uns ein "heiliges Geschenk" zur Notlinderung in Eritrea! Die Hoffnung darauf, dass Gott uns einen legalen Weg zeigt, starb zu keiner Zeit!

Wir haben ausführlich unsere Situation der letzten 4 Monate geschildert. Nun müssen wir aber unbedingt vom Leben im Waisenhaus, der Highschool in Decamhare und vom Leben auf den Stationen der Faith Mission in Eritrea berichten. Wie Sie sehen und lesen können, ging die Arbeit dort fleißig weiter. Unsere Freunde in Eritrea ließen sich nicht durch die Sorge um ihre Versorgung lähmen! Missionsdirektor Asmelash berichtete dankbar von seinen Besuchen auf allen 12 Stationen der Faith Mission. Er überzeugt sich regelmäßig selbst und stärkt seine Mitchristen in ihren unterschiedlichen Positionen und Aufgaben. Wir erhielten Telefonate, Berichte und Fotos, die uns mit hinein nehmen in den Alltag der Faith Mission: Rektor Asmerom schrieb uns im September: "Wir nutzten die Schulferien um das Wasserreservoir für unser Regen-wasser für 1.450 Schüler der High-school und die Lehrerfamilien, die dort leben, zu bauen. 1.500 Tonnen Wasser sollen in Zukunft die dort lebenden Menschen versorgen. Leider ist das Reservoir noch nicht ganz fertig gestellt, weil uns die nötigen Gelder für das Baumaterial fehlen. Könnt ihr helfen?" Rektor Asmerom schrieb uns im September: "Wir nutzten die Schulferien um das Wasserreservoir für unser Regen-wasser für 1.450 Schüler der High-school und die Lehrerfamilien, die dort leben, zu bauen. 1.500 Tonnen Wasser sollen in Zukunft die dort lebenden Menschen versorgen. Leider ist das Reservoir noch nicht ganz fertig gestellt, weil uns die nötigen Gelder für das Baumaterial fehlen. Könnt ihr helfen?"

Wir sind glücklich darüber, dass Gott die schwere Zeit in Segen verwandelte und wünschen uns sehr, dass Sie uns weiter vertrauen und für die Situation der Faith Mission in Eritrea und unsere Arbeit hier beten. Wir danken Ihnen allen herzlich dafür, dass Sie trotz der langen Infopause an unserer Seite geblieben sind.

Gottes Segen mit Ihnen allen - und ein schönes Weihnachtsfest - und ein behütetes Neues Jahr 2017 wünscht Ihnen der Vorstand von Weiterleben

Hanna Stieglitz