Infobrief Nr. 3 2005

Liebe Paten der Waisenkinder in Eritrea, liebe Freunde und Spender!

"Ich weiß keinen Ausweg mehr! - Wie lange noch, Herr? - Rette mich!" Psalm 6, 4

Zuerst, liebe Freunde, müssen wir Ihnen danken! Sie haben spontan auf den letzten Info-Brief geantwortet. Wir konnten allein 10.500 € für den Bau des Kindergartens in Assab überweisen. Das ist toll - und hat die Christen in Assab sehr gestärkt!

In der letzten Woche erhielten wir einen Notbrief aus dem Waisenhaus. Die Leitung ist mit dem neuen Notstand überfordert. Vor einem Jahr hatten wir schon einmal in einem "Engpass" geholfen und konnten für einige Wochen die Grundnahrung im Waisenzentrum sicherstellen. Dann gab es eine Sonderregelung der Regierung und die akute Bedrohung durch Hunger war gebannt. Nun ist die Lage in Eritrea wieder neu sehr ernst. Die Truppen stehen sich an der Grenze zwischen Äthiopien und Eritrea gegenüber - bereit zu kämpfen. Aber beide Völker sind vom Hunger sehr geschwächt! Es gäbe eine Katastrophe, wenn es jetzt wieder zu einem Krieg käme. Dazu der Hunger! Die Ernte fiel nicht gut aus. In manchen Gegenden wurde sie von den Heuschrecken gefressen. Die Lebensmittel sind so überteuert, dass das Budget des Waisenhauses die Kosten nicht aufbringen kann. Die Kinder haben Hunger - und die Leiter leiden, weil sie keine Möglichkeit der Versorgung sehen. Sie baten uns dringend um Hilfe! Noch ist der finanzielle Weg möglich. Es kann sein, dass wir wieder, wie 1984, eine Luftbrücke mit Lebensmitteln einrichten müssen. Hoffentlich kommen uns einige Organisationen zur Hilfe!!! Zur Erinnerung: 1 Woche Versorgung mit Grundnahrungsmitteln für ca. 1.000 Kinder und Lehrerfamilien im Waisenzentrum kostet 3.367 €.

Wie in jedem Jahr, so möchten wir auch in diesem Jahr einen Weihnachtsgruß ins Waisenhaus - und an die Mitarbeiter der Faith Mission (FM) schicken. Es sind 110 Mitarbeiter, die vor Ort "unsere Arbeit" tun. In den letzten Jahren war unsere Spende die einzige Chance sich zu Weihnachten ein neues T-Shirt oder eine Hose zu kaufen. In diesem Jahr würde es vielleicht zu ein paar kg Reis oder Makkaroni oder zu einem Sack Mehl reichen.

Wir haben z.Zt. wieder 7 Patenschaften mit Waisenkindern frei (monatlich 30 €). Wer kann helfen?

Einige Familien reduzieren auf Grund der Notlage in Eritrea zu Weihnachten ihre Geschenke - und haben uns bereits größere Spenden überwiesen. Das macht Mut! Wir wissen, dass es nicht nur in Eritrea "brennt"! Jeder muss für sich selbst herausfinden, wo Gott ihn als "Mutmacher" einsetzen will. Wenn wir von unseren eritreischen Freunden hören: "Ich kann nicht mehr!" - Oder: "Ich dachte, ich würde verrückt vor Sorge um die mir anbefohlenen Menschen!" - dann kommt das dem Schrei Davids sehr nah: "Ich weiß keinen Ausweg mehr! - Wie lange noch, Herr? - Rette mich!" (Psalm 6, 4) Vielleicht sollen wir ja die Antwort Gottes sein?

Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnete und schöne Weihnachtszeit - und sind sicher, dass der nächste Brief wieder ein herzlicher Danke - Brief wird!

Es grüßt Sie herzlich
der Vorstand von "Weiterleben"
i.A.

Hanna Stieglitz